Schon seit es Menschen gibt, werden Güter transportiert, zuerst mit einer Art Rucksack, nach der Erfindung des Rads auf Karren, später mit Pferdekutschen und seit Ende des neunzehnten Jahrhunderts mit Lkws. Die großvolumigen Fahrzeuge in den unterschiedlichsten Formen sind aus dem Straßenverkehr nicht mehr wegzudenken.

Lkws – fast einhundertzwanzig Jahre Geschichte

Die Geschichte des Lkws begann Ende des neunzehnten Jahrhunderts in Großbritannien mit dem erfolglosen Versuchen, die Dampfkraft auch für Fahrzeuge zu nutzen. Erst nachdem Wilhelm Maybach (Automobilhersteller, 1846-1929) Oktober 1896 seinen Lastkraftwagen „Phönix“ mit einem Verbrennungsmotor konstruierte, wurde der Lkw populär. Das Unikum, gebaut bei DMG (Daimler-Motoren-Gesellschaft), besaß einen Zweizylinder Unterbaumotor und eine Nutzlast von eineinhalb Tonnen. Die vier PS des 1,06-Liter-Motors schafften die sagenhafte Geschwindigkeit von zwölf Stundenkilometern. Weitere Modelle mit eineinhalb bis fünf Tonnen Nutzlast und vier bis zehn PS brachte Daimler noch im selben Jahr auf den Markt. 1903 kam von NAG (Nationale Automobil Gesellschaft) der weltweit erste Sattelzug, ein Lkw mit Anhänger, im gleichen Jahr baute Büssing Lkws mit Zahngruppengetriebe und U-Rahmen, ab 1905 auch mit Differenzialsperre. Die damaligen Lkw-Motoren gab es mit Vergasern, die unterschiedliche Brennstoffe wie Benzin, Petroleum oder Spiritus, vertrugen. Bereits 1910 stellt Büssing einen Sattelzug für Langmaterial vor.

Fiat – untrennbar mit der Lkw-Herstellung verbunden

Fiat beginnt am 11. Juni 1899 mit der Produktion von insgesamt zwanzig Exemplaren des 3 ½ HP. Dieser Wagen für vier Personen war mit dreieinhalb PS, Wasserkühlung, Dreiganggetriebe und einem sechshundert Kubik Zweizylinder Heckmotor ausgerüstet. Die Ansaldi-Werke übernahm Fiat bereits 1905, ab 1960 baute das Unternehmen, inzwischen die Brevetti-Fiat-Gesellschaft, neben Autos auch Lkws, Flugzeuge und deren Motoren sowie Züge, Landmaschinen, Schiffsmotoren und Kraftwerke. Dem zu Fiat gehörenden Lkw-Hersteller IVECO wurde die seit 1933 bestehende und von Fiat 1938 erworbene Firma OM 1968 untergegliedert, auch die Lkw-Hersteller Magirus-Deutz und UNIC gehören der IVECO Gruppe an. Durch diese Marken ist Fiat auf dem Lkw-Markt seit den dreißiger Jahren fest etablieren. Heute sind die Kleintransporter von Fiat, bekannter unter dem Namen Ducato, Scudo, Fiorino und Doplò Cargo, besonders bei Unternehmen mit geringem Transportvolumen, Handwerkern und bei Privatpersonen mit hohem Transportaufkommen beliebt. Sie werden gerne für Umzüge bei den gängigen Autovermietern geliehen, da die Transporter im Gegensatz zu Miet LKW mit dem alten Führerschein Klasse III zu fahren sind.

Fazit:
Mit der fortschreitenden Entwicklung des Lkw änderte sich das Transportverhalten, immer mehr und immer größere Mengen Transportguts können über weite Strecken befördert werden. Fiat glänzt dabei unter den Automobilherstellern nicht nur mit einer erfolgreichen Pkw-Produktion, sondern ist mit seinen Lkws und Kleintransportern erfolgreicher Bestandteil des Lkw- und Transportermarktes.